Die Projektidee

Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen, das unter 500 Dollar liegt, zählt Benin zu den ärmsten Ländern der Erde. Die gesundheitliche Versorgung besonders der ländlichen Bevölkerung ist schlecht. Krankenversicherungssysteme, die eine gesundheitliche Grundversorgung sicher stellen, so wie wir das aus den westlichen Ländern kennen, gibt es nicht. Aus dieser Situation heraus ist in Benin die unabhängige Initiative PASDI entstanden. Ihre Gründungsmitglieder, engagierte Ärzte, Landwirte und Lehrer, wollen einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der Situation der Landbevölkerung leisten. PASDI steht für "Programme Agro-Sanitiare pour un Développement Integré", auf deutsch etwa "Landwirtschaftliches Gesundheitsprogramm für eine integrale Entwicklung". Damit ist das ursprüngliche Ziel des Projekts beschrieben: der Aufbau einer leistungsfähigen regionalen Landwirtschaft, mit deren Mehrerlösen eine angemessene Gesundheitsversorgung der Landbevölkerung gesichert wird.

Erste Erfolge

Den Projektbeginn markierte 2001 die Schenkung von 14 Hektar Land durch die Dorfgemeinschaft von Adjadji im Süden Benins an PASDI. Im darauffolgenden Jahr konnte – trotz Problemen durch die lang anhaltende Trockenheit – die erste Ernte eingefahren werden. Angebaut wurden Tomaten, Okra, Paprika, Pfefferschoten und Erdnüsse. Allerdings war wegen des Fehlens eines Brunnens eine regelmäßige Bewässerung der Anbaufläche nicht möglich. Dank der Förderung durch Agromed konnte PASDI 2005 einen Tiefbrunnen mit Pumpe und ein Bewässerungssystem für die Felder in Betrieb nehmen. In den folgenden Jahren wurde der landwirtschaftliche Bereich weiter ausgebaut, allerdings ohne dass das Ziel eines kostendeckenden Betriebs erreicht werden konnte. 

Konzentration auf den Gesundheitsbereich

Mütter und Kinder leiden am meisten unter der gesundheitlichen Versorgungsmisere im ländlichen Bereich. Mit den Spenden von Agromed konnte im Dorf eine kleine Ambulanz aufgebaut werden. Ein hoch motiviertes Team mit einer ausgebildeten Krankenschwester und zwei Hilfskrankenpflegern beurteilt gängige Krankheitsbilder, führt Impfungen und Geburten durch und verkauft Medikamente der Basisversorgung - und das zu Preisen, die unter denen einer vergliechbaren staatlichen Einrichtung liegen.  Dr. Germain Damassoh, Chirurg und Mitbegründer von PASDI, hält  wöchentlich in der Ambulanz Sprechstunden ab. Dank der Unterstützung durch Agromed verfügt die Kranken- und Entbindungsstation über ein gebrauchtes Ultraschallgerät und sogar einen eigenen Krankenwagen. Und nicht zuletzt hat Agromed einen großen Teil der Kosten für das notwendige Personal übernommen.

Bau einer eigenen Gesundheitsstation

Seit Jahresbeginn 2013  konzentriert sich Agromed ganz auf die Verbesserung und den Ausbau der Ambulanz. Der landwirtschaftliche Bereich wird von PASDI in Eigenregie weitergeführt.  Die Ambulanz hat inzwischen eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung gefunden. Sie wird mit Spendengeldern in den kommenden Jahren ihr Leistungsspektrum weiter ausbauen. Begleitet wird der Ausbau von einem innerhalb der Dorfgemeinschaft neugegründeten Unterstützungskomitee. Durch unsere regelmäßigen Besuche vor Ort können wir uns immer wieder von der gewissenhaften Arbeit unserer Partner überzeugen. Bei unserem Besuch im April 2016 haben wir ein Grundstück erworben, auf dem wir eine eigene Gesundheitsstation bauen wollen.